Feuerwehr rettet über 100 Menschen und Tiere im Corona Jahr 2020


Ort: Heidenheim
Datum / Uhrzeit: 17.09.2021


OB Salomo ernennt Ehrenmitglieder bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Heidenheim
Heidenheim: Unvorstellbare Auswirkungen für die Heidenheimer Bevölkerung hätte ein Einfall der Pandemie in die Feuerwehr mit sich gebracht, wenn Teile der Einsatzmannschaft in Quarantäne versetzt hätten werden müssen. Dass dieses Szenario in der Feuerwehr Heidenheim vermieden werden konnte und alle 6 Heidenheimer Einsatzabteilungen, auch in der CORONA-Zeit, seit Anfang 2020 uneingeschränkt einsatzfähig blieben, war dem frühzeitig umsichtigen und disziplinierten Handeln aller Mitglieder in allen Abteilungen zu verdanken. Für eine Institution, bei dem sich im Einsatz jeder aufeinander blind verlassen können muss und dieses Vertrauen nur über regelmäßige kameradschaftliche Treffen, sowie Zusammenkünfte bei Übungen aufgebaut werden kann, ist es enorm schwierig, wenn gerade diese Interaktionen pandemiebedingt über einen Zeitraum von fast eineinhalb Jahren ausgesetzt oder sehr eingeschränkt praktiziert werden müssen.
Daher freute sich Kommandant Rainer Spahr besonders, dass die Feuerwehrfrauen und -männer in dieser schweren Zeit fast ausnahmslos der Feuerwehr treu geblieben sind und diese notwendigen, aber sehr einschränkenden Schutzmaßnahmen ertragen und zum Großteil mitgetragen haben.
Diesen Dank an alle Feuerwehrkräfte brachte Spahr in seinem Jahresbericht anlässlich der Hauptversammlung der Feuerwehr Heidenheim in den Räumlichkeiten der Fa. Hartmann zum Ausdruck. Nachdem die Hauptversammlung 2020 pandemiebedingt erst verschoben und dann ganz abgesagt werden musste, war es 2021 nicht nur rechtlich notwendig eine ordentliche Hauptversammlung durchzuführen, sondern es überwiegt auch die Freude, die große Feuerwehrfamilie wieder fast vereint zusammen bringen zu können. Ein großer Wehmutstropfen bleibt jedoch: die Mitglieder der Jugendfeuerwehr und der Altersabteilung durften dieses Mal auf Grund der Pandemieauflagen nicht mit eingeladen werden. Auch waren die Schutzmaßnahmen gegen COVID präsent: so wurde das Programm der Hauptversammlung sehr kurzgehalten und auch die Anzahl der Gäste musste stark gegenüber den Vorvorjahren reduziert werden.
Nichts desto Trotz eröffnete Spahr die Versammlung und berichtete von einem arbeitsreichen und ungewöhnlichen Berichtsjahr 2020.
Zu 458 Notfällen musste die Feuerwehr Heidenheim mit ihren sechs Einsatzabteilungen Heidenheim, Schnaitheim, Mergelstetten, Oggenhausen, Groß- und Kleinkuchen im Jahr 2020 ausrücken. Dies waren rund 50 Einsätze mehr als im Vorjahr, jedoch deutlich weniger als 2017 und 2018, in denen die Alarme über der 500er Marke lagen. Die meisten Einsätze davon wurden von den freiwilligen Feuerwehrleuten gestemmt. Mit etwas über 100 Einsätze konnten die Hauptamtlichen Kräfte währen ihrer Dienstzeit unter Tag die freiwilligen Helfer signifikant entlasten und verhindern, dass diese von Ihrer Arbeitsstelle weggerufen werden mussten.
105-Mal wurden Menschen oder Tiere durch die Feuerwehr gerettet. Wie in den vergangenen Jahren auch überwog der Anteil der technischen Hilfeleistungseinsätze allen anderen Hilfeersuchen. Unter dem Stichwort technische Hilfe werden Unfälle mit Kraftfahrzeugen, Gefahrstoffen, aber auch Sturm-, Unwetter- und Hochwassereinsätze verstanden. Zu solchen musste 259-mal ausgerückt werden. Fehleinsätze wurden 104-mal notiert, wozu Brandmeldeanlagen 75 solcher Einsätze verursachten. 78 Brandeinsätze mussten abgearbeitet werden und 41 sonstige Einsätze wurden im Berichtsjahr verbucht. Als einsatzreichster Tag konnte der 28.08.2020 ausgemacht werden, als sich über dem Ortsteil Oggenhausen ein sinnflutartiger Starkregen ergoss und 27 Einsätze der dortigen Einsatzabteilung bescherte.
Sehr erfreut zeigt sich Spahr über die Personalentwicklung. So konnte der leichte Aufwärtstrend seit dem Jahre 2018 (208 Einsatzkräfte) auch im Jahr 2020 weitergeführt werden, so dass der Personalstand 216 Einsatzkräfte verzeichnet.
Als wichtiger Meilenstein für die Feuerwehr Heidenheim konnte 2020 der Brandschutzbedarfsplan abgeschlossen und einstimmig im Gemeinderat beschlossen werden. Zwei notwendige Führungsfahrzeuge wurden in Dienst gestellt, die der Feuerwehr helfen, die Einsätze adäquat koordinieren und strukturieren zu können.
In seinem Bericht mahnte Kommandant Spahr, überörtliche Konzepte zur Beherrschung von Großschadenslagen und Pandemien zu erarbeiten. Diese hatten zu Beginn der Pandemie gefehlt und die Kommunen wurde allein gelassen jede ihre eignen Wege zu finden.
Dies bestätigte Kreisbrandmeister Michael Zimmermann in seinem Grußwort, der zudem die fehlende Warninfrastruktur ansprach und ein Sirenenförderprogramm in Aussicht stellte. Er lobte die Feuerwehr Heidenheim als einen starken Partner im Feuerwehrwesen des Landkreises. Ohne die Feuerwehr Heidenheim wäre der Aufbau der Notfallklinik im Congress Centrum, der Umbau zum Kreisimpfzentrum und wichtige Säulen bei der Pandemiebewältigung, wie beispielsweise das Verteilen von Schutzkleidung, nicht möglich gewesen.
Frank Ratter stellte in seinem 19ten Kassenbericht die solide finanzielle Situation der Feuerwehrkasse dar, die nach Angaben von Kassenprüfer Hans Jürgen Stäudle ordnungsgemäß geführt wurde und eine einstimmige Entlastung zur Folge hatte.
Oberbürgermeister Salomo bekannte, dass er selbst als Rettungssanitäter im Notfalleinsatz tätig war und somit nachvollziehen kann was es heißt, mehr als einmal pro Tag zu einem Notfall gerufen zu werden. Er zollte den Feuerwehrangehörigen seinen Respekt über einhundert Mal Leben im Berichtjahr gerettet zu haben. Gerade in den Zeiten einer Pandemie kann man erkennen, wie wichtig diese Hilfsorganisation Feuerwehr ist, deren Aufgabe es nach Paragraf 2 des Feuerwehrgesetztes ist, bei einem öffentlichen Notstand zu helfen. Er übermittelte den Dank der gesamten Stadt Heidenheim für das Geleistete im Berichtsjahr und sprach seinen besonderen Dank den Familien der Feuerwehrleute aus, die den Einsatzkräften den Rücken für ihre Arbeit freihalten.
Der Verbandsvorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim Uli Steeger hob in seinem Grußwort an die Versammlung nochmals den nicht zu unterschätzenden Wert der Kameradschaftspflege hervor, das als Kit verstanden werden kann, die Feuerwehrfamilie zusammen zu halten. Die kameradschaftliche Seite hat stark unter der Pandemie gelitten. Auch die Aktivitäten der Alters- und vor allem der Jugendfeuerwehr müssen wieder gefördert werden. Steeger erkennt eine gewisse Corona-Müdigkeit der entgegengetreten werden muss. Die durchgeführten online Schulungen sind laut Steeger eine wichtige kurzfristige Alternative, aber die Feuerwehr muss auch in einer Pandemie die Möglichkeit haben praktisch zu übern. Aus diesem Grund freut er sich über den Aufbau eines Feuerlöschtrainers für alle Feuerwehren des Landkreises Heidenheim und dankte der Feuerwehr Heidenheim, die an dessen Aufbau maßgeblich mitgeholfen hat.
Neu in die Feuerwehr aufgenommen werden konnten: Philipp Zimmermann, Christoph Denninger, Ilka Amelie Maurer, Nico Profendiener (alle Abt. Schnaitheim), Michael Gauland, Klaus Stambach (Abt. Mergelstetten), Ersin Erkal, Sabine Oberländer, Luca Tögel (Abt. Oggenhausen) und Lukas Woitsch (hauptamtliche Kräfte).
Zur Feuerwehrfrau wurde Katja Thumm (Abt. Oggenhausen) befördert und zu Feuerwehrmännern Fabian Hauser, Salim Barati, Achim Buck, Jan Fetzer, Aaron Römmling, Michael Kraft, Paul Mende (Abt. Schnaitheim), Joachim Alexander Pax, Michael Tränkle (Abt. Mergelstetten), Felix Burr, Sascha Danzer, Stefan Pohl, Nicki Burkhard, Daniel Haas, Siegfried Liess (Abt. Oggenhausen), Jonas Wörrle (Abt. Großkuchen), Lukas Weidig (Abt. Kleinkuchen).
Zur Oberfeuerwehrfrau wurden Tanja Saß (Abt. Heidenheim) und Annika Bolz (Abt. Schnaitheim) befördert. Jens Brandis (Abt. Heidenheim) und Tobias Hönisch (Abt. Schnaitheim) wurden zu Oberfeuerwehrmännern befördert.
Über die Beförderung zu Hauptfeuerwehrfrauen und -männer durften sich freuen: Anja Schwenzle, Sascha Jäger, Nils Molt (Abt. Heidenheim), René Käfer (Abt. Schnaitheim), Mirjam Eichhorn, Heiko Brandis, Matthias Glöckle (Abt. Mergelstetten), Benjamin Schlechter (Abt. Oggenhausen), Julia Betz, Heiko Christian Fischer, Michael Hross und Florian Maier (Abt. Großkuchen).
In den Rang eines Löschmeisters wurden erhoben: Stefan Späth (Abt. Schnaitheim), Holger Schanzel (Abt. Oggenhausen) und Marcel Oechsle (Abt. Großkuchen).
Tayfun Sari (Abt. Schnaitheim) wurde zudem zum Gruppenführer ernannt.
Die Beförderung zum Oberlöschmeister erhielten Hans Jürgen Stäudle (Abt. Schnaitheim), Christoph Benker und Alexander Kutschera (Abt. Oggenhausen) sowie Steffen Weber (Abt. Kleinkuchen).
Markus Ritter (Abt. Großkuchen) wurde zum Hauptlöschmeister befördert.
Die Ernennung zum Zugführer und Beförderung zum Brandmeister erhielten Matthias Glock und Pawel Wojcik (beide Abt. Mergelstetten).
Holger Herdeg (Abt. Heidenheim) wurde zum Oberbrandmeister befördert.
Die hauptamtlichen Kräfte Harald Fetzer und Stefan Steckbauer wurden zum Hauptbrandmeister befördert.
Nach erfolgter Wahl in den jeweiligen Abteilungsversammlungen wurde Konrad Jung zum stellvertretenden Abteilungskommandant der Einsatzabteilung Heidenheim und Michael Plichta zum stellvertretenden Kommandant der Einsatzabteilung Oggenhausen ernannt.
Für 15 Jahre Zugehörigkeit in der Feuerwehr wurden Julia Betz (Abt. Großkuchen) und Benjamin Schlechter (Abt. Oggenhausen) geehrt.
25 Jahre bei der Feuerwehr und dafür geehrt worden sind Stefan Späth (Abt. Schnaitheim), Holger Schanzel (Abt. Oggenhausen), Marcel Oechsle, Markus Ritter und Denis Seebich (Abt. Großkuchen).
Für stolze, vorbildliche 40 Dienstjahre in einer Einsatzabteilung wurden Hans Jürgen Stäudle (Abt. Schnaitheim) und Erwin Majer (Abt. Oggenhausen) geehrt.
Die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr des Kreisfeuerwehrverbands für vorbildliche Jugendarbeit erhielt Markus Ritter (Abt. Großkuchen).
Das Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim für ihre individuelle vorbildliche Arbeit im Feuerwehrwesen erhielt Matthias Glock, Andreas Hackel, Rainer Schaufelberger, Oliver Stütz (alle Abt. Mergelstetten) und Benjamin Schlechter (Abt. Oggenhausen).
Das Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbands in Bronze wurde Alexander Zeeb (Abt. Mergelstetten) zu Teil.
Nach Beschluss des Gemeinderates der Stadt Heidenheim wurden für herausragende Verdienste durch OB Salomo zu Ehrenmitgliedern der Feuerwehr Heidenheim ernannt: Herbert Schweikhardt (Abt. Heidenheim), Joachim Süßlack und Klaus Winkes (beide Ehren- und Altersabteilung).
Ebenfalls durch Beschluss des Gemeinderates wurde Karlheinz Wenzel (Abt. Heidenheim) zum Ehrenkommandant der Stadt Heidenheim ernannt und nach 41 Dienstjahren aus dem aktiven Dienst der Feuerwehr Heidenheim verabschiedet. OB Salomo freute diese Ernennung besonders, da er diese Ernennung in seiner vorherigen Amtszeit als Bürgermeister einmal durchführen durfte und nun zu Beginn seiner neuen Amtszeit als Oberbürgermeister diese hohe Ehrung für ein Lebenswerk erneut aussprechen darf. Karlheinz Wenzel leitet viele Jahre erst die Jugendfeuerwehr, dann die Einsatzabteilung Heidenheim und hatte zum Ende seiner Amtszeit mehrere Perioden lang das Amt des Stellvertretenden Kommandanten inne.
Feuerwehr Heidenheim – Matthias Benker

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