Hauptübung 2025 in Sontheim: Brand in Siloturm fordert volles Können der Einsatzkräfte


Ort: Sontheim an der Brenz
Datum / Uhrzeit: 18.10.2025


(wyma) Am vergangenen Samstag, den 11. Oktober, fand die diesjährige Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Sontheim an der Brenz statt. Schauplatz des angenommenen Einsatzes war das Firmengelände der WLS-Biofutter Süd GmbH im Ortsteil Brenz. Gegen 14 Uhr wurde die Feuerwehr realitätsnah durch einen Mitarbeiter vor rund 100 Zuschauern zur Großübung gerufen: Mit dem Notruf 112 wurde Leitstelle Ostalb in Kenntnis gesetzt, woraufhin die Einsatzkräfte über Funkmeldeempfänger alarmiert wurden. Über Lautsprecher wurden die Abläufe für die interessierten Bürgerinnen und Bürger kommentiert, um der Bevölkerung die Tätigkeiten der Feuerwehr anschaulich zu erklären.
An der Übung beteiligt waren die Einsatzabteilungen Sontheim und Bergenweiler, die Drehleiter der Feuerwehr Giengen sowie die DRK Bereitschaft Sontheim. Die Übungsannahme: Ein Brand im Siloturm des Betriebs, der auf die angrenzende Fahrzeug- und Lagerhalle überzugreifen drohte, verrauchte Gebäudeteile auf dem weitläufigen Gelände und mehrere vermisste Personen – insgesamt sechs “Mitarbeitende” wurden von den eingesetzten Atemschutztrupps gerettet und zur weiteren Versorgung an das DRK übergeben.
Die Einsatzlage forderte die Feuerwehrleute auf mehreren Ebenen: Der stark verrauchte Turm erschwerte die Orientierung erheblich; zur Personensuche und Brandbekämpfung in den oberen Stockwerken, die über enge Treppen erreicht werden mussten, gingen mehrere Trupps vor. Nach Auffinden der Vermissten wurde über die Drehleiter aus Giengen eine Personenrettung aus der Höhe vorgenommen. Weiter wurden Personen im Keller des Areals und der angrenzenden Halle vermutet und von weiteren Kräften gesucht und in Sicherheit gebracht.
Die Wasserversorgung erfolgte über eine 250 Meter lange Schlauchleitung die direkt aus der angrenzend Brenz gespeist wurde, aufgebaut durch das Modul „Wasserförderung“ der Abteilung Bergenweiler. Die schnelle Versorgung mit ausreichend Löschmittel wurde auf dem großen Areal unter realistischen Bedingungen geprobt und die Aufgabe zuverlässig und schnell abgearbeitet.
Besonderes Augenmerk lag bei der Örtlichkeit auch auf der Fahrzeugaufstellung und dem Schlauchmanagement, um nachrückenden Fahrzeugen jederzeit Platz zur Einfahrt und Positionierung zu gewährleisten und die kontinuierliche Wasserversorgung nicht zu gefährden. Die Ortsbereitschaft des DRK übernahm währenddessen die Versorgung der Geretteten und kümmerte sich um die Betreuung weiterer Betroffener, die durch die Jugendfeuerwehr und echte Mitarbeiter des Unternehmens dargestellt wurden. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz funktionierte dabei wie gewohnt vorbildlich und ein nahtloser Übergang zwischen Rettung und Versorgung war gegeben.
Nach rund einer Stunde konnten die letzten Glutnester „gelöscht“ und die Übung erfolgreich beendet werden. Bei der anschließenden Nachbesprechung in der Sontheimer Gemeindehalle zeigte sich Abteilungskommandant Florian Baumann, der den verhinderten Hauptkommandanten Jochen Schmid vertrat, sehr zufrieden mit dem Verlauf:
„Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch unter schwierigen und körperlich anstrengenden Bedingungen konzentriert und mit sicherem Vorgehen arbeitet. Die Rettung aller sechs Personen innerhalb von kürzester Zeit war mit Blick auf das Übungsobjekt und die möglichen Stolpersteine ein starkes Ergebnis.“
Baumann dankte der Firma WLS-Biofutter ausdrücklich für die Bereitstellung des Übungsobjekts sowie der Feuerwehr Giengen für die Unterstützung mit der Drehleiter. Ein besonderer Dank galt außerdem der DRK-Bereitschaft Sontheim – nicht nur für die medizinische Unterstützung, sondern auch für den traditionell zubereiteten Hammelbraten, der im Anschluss an die Nachbesprechung in der Gemeindehalle serviert wurde.
Bürgermeister Tobias Rief betonte in seinem Grußwort den Wert solcher Übungen für die Gemeinschaft:
„Feuerwehr ist Teamsport auf höchstem Niveau – hier stehen mehr Menschen auf dem Platz als bei einem Fußballspiel und wie Platz und Gegner aussehen, weiß vorher auch keiner und dennoch werden Spitzenleistungen gezeigt. Unsere Feuerwehr ist die Mannschaft, die im Krisenfall Ruhe bewahrt und professionell hilft, dafür gebührt Ihnen höchster Dank. Retten ist dabei das eine, das Versorgen und die schnelle Hilfe das andere – und daher gebührt derselbe Dank natürlich dem DRK und der wieder bewiesenen vortrefflichen Zusammenarbeit der beiden Institutionen.“
Bei Hammelbraten, Sauerkraut und Hefeknöpfle ließen die Einsatzkräfte, Jugendfeuerwehr, Feuerwehrsenioren und Gäste den Tag in geselliger Runde ausklingen.

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