Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr Nattheim: Rückblick, Wahlen und hohe Auszeichnungen
Ort: Nattheim-Fleinheim
Datum / Uhrzeit: 20.02.2026
NATTHEIM-FLEINHEIM (sam) Bei der Hauptversammlung der Gesamtfeuerwehr Nattheim am vergangenen Freitag in der Fleinheimer Turnhalle wurde nicht nur auf das Jahr 2025 zurückgeblickt, sondern auch die Wahl des Kommandanten und seines Stellvertreters durchgeführt. Dem scheidenden Bürgermeister Norbert Bereska wurde eine besondere Ehre zuteil: Er erhielt für seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille, die höchste Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbandes für Zivilpersonen.
106 aktive Kräfte und 39 Einsätze im Jahr 2025
Nach den Berichten der Abteilungskommandanten Matthias Hett, Dietmar Albrecht und Matthias Bauer der Einsatzabteilungen Nattheim, Fleinheim, Auernheim und Steinweiler folgte der Bericht des Gesamtkommandanten Michael Wiedenmann. Zum Stand 31. Dezember 2025 zählt die Feuerwehr Nattheim 106 Aktive. Die Jugendfeuerwehr umfasst derzeit 25 Jugendliche. Wiedenmann betonte in seinem Bericht, dass sie mit großer Begeisterung und Engagement bei der Sache seien und die Grundlage für die Zukunft der Feuerwehr bildeten. Sein Dank galt den Jugendwarten und Betreuern, die mit viel Zeit und Energie die Nachwuchsarbeit voranbringen und damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Zukunftssicherung der Wehr leisten.
Im Jahr 2025 rückte die Feuerwehr Nattheim zu 39 Einsätzen aus. Das Spektrum reichte von der Katze auf dem Dach bis hin zu Brandeinsätzen. Die Einsätze gliederten sich in Brände, technische Hilfeleistungen, Verkehrsunfälle, Türöffnungen, ausgelöste Brandmeldeanlagen sowie verschiedene Unwettereinsätze.
Zu den größeren Einsätzen zählte im April 2025 eine Überlandhilfe beim Großbrand in Großkuchen. Im Juni wurde die Wehr zu einem Gasaustritt in einem Wohnhaus in Nattheim alarmiert. Ebenfalls im Juni fuhr ein Pkw in eine Bankfiliale, woraufhin die Feuerwehr das Gebäude sicherte und wieder verschloss. Im Juli kam es in Auernheim zu einem Kellerbrand, bei dem sich ein Elektroverteilerkasten einer Photovoltaikanlage entzündet hatte. Ende Juli wurde die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall mit verletzten Personen gerufen.
Ein außergewöhnlicher Einsatz ereignete sich im August: Die Abteilung Nattheim wurde zum Brand einer Großlackierkabine alarmiert. Durch das Feuer war ein großer Bereich der Halle verraucht, sodass ein Großlüfter eingesetzt wurde, um die dichten Rauchschwaden aus dem Industriebetrieb zu drücken und das Gebäude rauchfrei zu bekommen. Im November wurde die Wehr erneut zu einem brennenden Elektroverteiler in einem Industriebetrieb gerufen. Einen Tag vor Silvester wurden die Abteilungen Nattheim und Fleinheim zu einem Kellerbrand alarmiert, der rasch unter Kontrolle gebracht werden konnte. Dies sei nur ein kleiner Auszug aus dem geleisteten Einsatzjahr gewesen, so Wiedenmann.
Ausbildung, Übungen und wachsende Anforderungen
Die Aus- und Fortbildung nahm auch 2025 einen hohen Stellenwert ein. Besonders erfreulich sei gewesen, dass die Grundausbildung erneut in Nattheim stattfinden konnte. Wiedenmann: „Ein wichtiger Beitrag zur Nachwuchsgewinnung auf Landkreisebene.“
Ein zentrales Ziel sei der Aufbau einer nachhaltigen Führungsstruktur. Deshalb seien bewusst junge Gruppenführer nachgezogen worden, um sie frühzeitig in Führungsaufgaben einzubinden und ihr Wissen, ihre Energie und ihre Ideen in die Organisation einfließen zu lassen. Die Kombination aus Erfahrung und frischem Engagement stärke die Schlagkraft der Wehr langfristig.
Auf dem Übungsplan stand eine größer angelegte Gesamtübung unter dem Titel „Ausfall Notruf“. Für den Fall eines Ausfalls des Notrufs wurden die Gerätehäuser besetzt. Verschiedene Szenarien wurden durchgespielt, Übungsannahmen aufgenommen, priorisiert und abgearbeitet. Auch die Leitstelle in Aalen war beteiligt. Das Zusammenspiel habe gut funktioniert, so der Kommandant.
Ein wachsender Schwerpunkt liege im Bereich Starkregenmanagement und Katastrophenschutz. In enger Abstimmung mit der Gemeinde und weiteren Stellen seien Strategien entwickelt worden, um bei Extremwetterlagen schnell und wirksam reagieren zu können. Diese Planungen nähmen mittlerweile einen großen Teil der ehrenamtlichen Zeit in Anspruch. Gleichzeitig stellte Wiedenmann fest, dass die Bürokratie in der Feuerwehr in den vergangenen Jahren stetig zugenommen habe. Formulare, gesetzliche Vorgaben und Verwaltungsanforderungen seien für ehrenamtliche Führungskräfte zu einer erheblichen Belastung geworden. Trotz allem nehme man diese Aufgaben ernst, hoffe jedoch auf mehr Vertrauen und Entlastung seitens der Behörden.
Mit 106 aktiven Mitgliedern und 25 Jugendlichen sei die Feuerwehr Nattheim für die Zukunft stark aufgestellt. Man verfüge über eine engagierte Mannschaft, fundiertes Wissen und eine gewachsene Kameradschaft. Auch wenn Anforderungen, zeitlicher Aufwand und Bürokratie zunähmen, stelle man sich diesen Herausforderungen mit Professionalität, Leidenschaft und Zusammenhalt. Nur gemeinsam sei man stark. Für die Feuerwehr, die Kameraden und die Gemeinde.
32 Jahre Unterstützung durch Bürgermeister Norbert Bereska
Mit dem Jahr 2026 endet in der Gemeinde eine „Ära“, wie Kommandant Wiedenmann es beschrieb. Bürgermeister Norbert Bereska tritt nach 32 Jahren im Amt ab. Seit seinem Amtsantritt am 1. April 1994 habe er die Entwicklung der Gemeinde und der Feuerwehr maßgeblich geprägt. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit setzte er ein deutliches Zeichen, indem er sich entschlossen für den Neubau eines modernen Feuerwehrgerätehauses in Nattheim einsetzte, anstatt den alten Standort in der Molkereistraße umzubauen. 1996 konnte das neue Gerätehaus feierlich eingeweiht werden.
Unter seiner Amtszeit wurden zahlreiche Beschaffungen und Projekte umgesetzt, darunter die Anschaffung verschiedener Lösch- und Mannschaftstransportfahrzeuge, der Bau einer Übungsstrecke in Fleinheim sowie die Ausrichtung mehrerer Kreisfeuerwehrmärsche und Jubiläen.
Auch bei Kostenersatzregelungen und Entschädigungen habe Bereska frühzeitig gehandelt und den Austausch mit Bürgermeisterkollegen gesucht. Ein direkter Draht zur Feuerwehr sei stets gewährleistet gewesen. Informationen seien unkompliziert ausgetauscht worden, die Zusammenarbeit sei auf Augenhöhe erfolgt.
Als zukunftsweisend erwies sich auch die damalige Entscheidung, das DRK mit einem Rettungswagen in Nattheim im Feuerwehrgebäude zu stationieren. Die Zusammenarbeit von DRK und Feuerwehr unter einem Dach habe sich hervorragend entwickelt. Erst kürzlich wurde die neue DRK-Rettungswache eingeweiht, wobei darum gekämpft worden sei, dass die Wache in Nattheim bleibt.
Darüber hinaus war Bereska bei nahezu allen Veranstaltungen und Jubiläen persönlich anwesend. Besonders die Jugendfeuerwehr lag ihm am Herzen. Übungsabende mit dem Bürgermeister, bei denen Jugendliche direkt Fragen stellen konnten, Eis- und Kinobesuche sowie Unterstützung bei Ausflügen gehörten dazu.
Im Anschluss an die Würdigung nahm der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim, Hans-Frieder Eberhardt, die Ehrung vor: Für seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens erhielt Norbert Bereska die Deutsche Feuerwehr-Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes. Es ist die höchste Auszeichnung des Verbandes für Zivilpersonen.
Worte aus dem Landkreis und dem Verband
Kreisbrandmeister Michael Zimmermann verwies in seinem Grußwort auf die bewegten Zeiten. Die sicherheitspolitische Lage, zunehmende Extremwetterereignisse und vielfältige Herausforderungen stellten auch den Bevölkerungsschutz vor große Aufgaben. Strukturen müssten robust und zukunftsfähig gestaltet werden. Besonders im Bereich Katastropheneinsatzplanung, zivile Verteidigung und Alarmplanung bestehe Handlungsbedarf, auch auf Ebene kleiner Gemeinden.
Mit mehr als 1.600 Einsätzen im Landkreis im vergangenen Jahr sei die Belastung hoch gewesen. 152 Menschen hätten aus Notlagen gerettet werden können. Auf Kreisebene sei erneut ein umfangreiches Ausbildungsprogramm sichergestellt worden. Eine fundierte Ausbildung sei unerlässlich.
Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim, Hans-Frieder Eberhardt, blickte auf welt- und landespolitische Themen sowie auf Veranstaltungen des vergangenen Jahres zurück und rief zur Teilnahme an kommenden Terminen im Jahr 2026 auf. Genannt wurden unter anderem der Kreisfeuerwehrtag in Sontheim an der Brenz am 17. Mai 2026, der Kreisfeuerwehrmarsch in Hohenmemmingen am 5. Juli 2026, die Kommandantendienst- und Verbandsversammlung in Nattheim am 30. Oktober 2026 sowie der 7. Blaulichtgottesdienst in Dischingen am 13. November 2026.
Wiederwahl der Führung
Bei den Wahlen wurden Kommandant Michael Wiedenmann und sein Stellvertreter Stefan Steckbauer mit eindeutigem Ergebnis für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt.
Beförderungen und Ehrungen
Befördert wurden Florian Eberhardt zum Feuerwehrmann, Katharina Gayer zur Feuerwehrfrau, Eugen Brodt und Ronny Simann zu Oberfeuerwehrmännern, Analena Bührle zur Oberfeuerwehrfrau, Michael Lemke zum Hauptfeuerwehrmann, Daniel Rau und Christian Binder zu Oberlöschmeistern, Manuel Kohler zum Brandmeister sowie Matthias Hett zum Oberbrandmeister.
Für 15 Dienstjahre wurde Carsten Junginger geehrt. Für 25 Dienstjahre wurde Kommandant Michael Wiedenmann ausgezeichnet.
Aus dem aktiven Dienst wurde Frieder Schauz verabschiedet. In 45 Dienstjahren habe er viel Zeit und Engagement in die Feuerwehr investiert und einen wichtigen Beitrag für die Bevölkerung geleistet, so Wiedenmann. Für diese außergewöhnliche Leistung wurde Frieder Schauz zum Ehrenmitglied ernannt.

