Hauptversammlung in Sontheim/Brenz
Ort: Sontheim an der Brenz
Datum / Uhrzeit: 13.03.2026
(wyma) Steigende Mitgliederzahlen, ein Dienstjahr mit zahlreichen anspruchsvollen Einsätzen im Rücken und gleich mehrere bedeutende Meilensteine vor der Brust: Bei ihrer Hauptversammlung am vergangenen Freitag, 6. März, zog die Freiwillige Feuerwehr Sontheim an der Brenz eine insgesamt positive Bilanz des vergangenen Dienstjahres – und richtet den Blick bereits auf gleich mehrere Höhepunkte im laufenden Jahr.
Einsätze bleiben anspruchsvoll
Eine volle Brenzer Halle konnte Sontheims Kommandant Jochen Schmid abermals zur jährlichen Versammlung aller Sontheimer Abteilungen begrüßen. Neben zahlreichen Feuerwehrangehörigen aus den Einsatzabteilungen Sontheim und Bergenweiler, der Jugendfeuerwehr und Altersabteilung kamen auch Vertreter von Gemeinde, DRK, Kirche und Notfallseelsorge der Einladung des Kommandanten nach. In seinem Tätigkeitsbericht blickte dieser auf ein erneut arbeitsreiches Jahr zurück.
Die Feuerwehr Sontheim wurde im Jahr 2025 zu 67 Einsätzen alarmiert. Darunter befanden sich 19 Brandeinsätze, 39 technische Hilfeleistungen sowie mehrere Überlandhilfen. Insgesamt konnten acht Menschen gerettet werden, für eine Person kam jedoch jede Hilfe zu spät. Bei zahlreichen Einsätzen betreuten die Einsatzkräfte zudem gemeinsam mit Helfern vor Ort, DRK und Rettungsdienst 33 verletzte Personen.
Gleich mehrere Großbrände und zahlreiche Verkehrsunfälle forderten die Sontheimer Feuerwehr dabei in allen Facetten des Feuerwehrwesens. Der Brand bei einem Entsorgungsunternehmen am Ortsrand, der zu den größten Einsätzen der vergangenen Jahrzehnte zählen dürfte, blieb aber besonders in Erinnerung. Eine Sortier- und Lagerhalle stand dabei vollständig in Flammen. In Spitzenzeiten kämpften bis zu 150 Einsatzkräfte aus drei Landkreisen gegen das Feuer. Über mehrere Stunden arbeiteten Feuerwehren aus Baden-Württemberg und Bayern zusammen, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen und ein Übergreifen auf weitere Gebäude zu verhindern. „Solche Lagen zeigen, wie wichtig eine funktionierende Zusammenarbeit über Landkreis- und Landesgrenzen hinweg ist“, sagte Schmid.
Neben der guten Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren lobte der Kommandant vor diesem Hintergrund auch die interne Zusammenarbeit zwischen den Sontheimer Abteilungen und die bewiesene Schlagkräftigkeit seiner Wehr.
Sehr zufrieden zeigte sich Schmid auch erneut mit der Personalentwicklung. 103 aktive Feuerwehrangehörige zählt die Wehr inzwischen – erneut ein leichter Zuwachs gegenüber dem Vorjahr: Personalhöchststand.
„Wir müssen uns um die Personalentwicklung keine Sorgen machen“, erklärte Schmid. Neben Quereinsteigern sorge vor allem die Jugendfeuerwehr kontinuierlich für Nachwuchs. Auch die Zahl der Atemschutzgeräteträger sei gestiegen – ein wichtiger Faktor für die Einsatzfähigkeit. Zudem hob Schmid auch die gute Tagesverfügbarkeit hervor und dankte den örtlichen Betrieben für die Freistellung ihrer Mitarbeiter im Einsatzfall.
Ein weiterer Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit zeigte sich auch personell: Mit Luis Gierl rückte ein weiteres ehemaliges Mitglied der Jugendfeuerwehr in ein Amt auf und wurde zum stellvertretenden Jugendwart ernannt. Damit stammen inzwischen alle Betreuer und Funktionsträger der Jugendfeuerwehr aus den eigenen Reihen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 trägt sich die Jugendabteilung somit vollständig selbst. Auch Jugendwart Niklas Gaarz schloss sich in seinem Grußwort daran an und dankte den Gründern und jahrelangen Wegbegleitern der Jugendfeuerwehr für ihren Einsatz.
Großprojekt Neubau Feuerwehrhaus: Das Ende ist in Sicht
Ein zentrales Thema in Sontheim bleibt der Neubau des Feuerwehrhauses. Nach dem Spatenstich im Juli 2024 und dem Richtfest im April 2025 schreitet das Bauprojekt weiter voran. Auch wenn sich der ursprünglich geplante Bezugstermin leicht verzögert hat, befindet sich das Projekt laut Schmid „klar auf der Zielgeraden“.
Mit dem Neubau erhält die Feuerwehr ein modernes und funktionales Gerätehaus an der Ortsumgehung. Zusätzlich stehen die Chancen gut, dass in unmittelbarer Nachbarschaft künftig eine Rettungswache des ASB entstehen wird – und Sontheim damit über ein modernes und hochfunktionales Rettungszentrum verfügen würde.
Technisch entwickelt sich die Wehr ebenfalls weiter: Das im vergangenen Jahr in Dienst gestellte Löschgruppenfahrzeug LF20 habe seinen Wert bei den anspruchsvollen Aufgaben im Dienstjahr 2025 bereits mehrfach bewiesen. Im April 2026 wird zudem ein neues Mehrzweckfahrzeug (MZF) ausgeliefert, das vor allem für Einsatzleitung, Funk und Logistik eingesetzt werden soll.
Vorfreude auf das Jubiläumsfest
Neben den Einsätzen und dem Neubau des Feuerwehrhauses steht für die Feuerwehr Sontheim in diesem Jahr ein besonderes Ereignis an: 150 Jahre Feuerwehr Sontheim und 25 Jahre Altersabteilung werden gemeinsam gefeiert. Die Vorbereitungen für das Doppeljubiläum laufen bereits auf Hochtouren. Kommandant Jochen Schmid zeigte sich erfreut über den großen Rückhalt innerhalb der Wehr. Auch der Rücklauf an Helfern aus der Bevölkerung und von anderen Vereinen ist sehr gut, ein bis in die Haarspitzen motiviertes Organisationsteam arbeitet unermüdlich auf ein tolles Fest hin. Ein besonderer Dank galt zudem dem Förderverein der Feuerwehr Sontheim und seinem Vorsitzenden Helmut Moser, die die Vorbereitungen und die Arbeit der Feuerwehr tatkräftig unterstützen.
Berichte aus den Einsatzabteilungen
Aus den Abteilungen berichteten in ihren Tätigkeitsberichten anschließend die Abteilungskommandanten Christian Baumann und Patrick Hengsberger.
Für die Abteilung Sontheim-Brenz blickte Baumann auf ein vielfältiges Jahr zurück, das neben den vielen Einsätzen, Übungen und der Teilnahme an Leistungsabzeichen auch zahlreiche kameradschaftliche Aktivitäten umfasste. So unternahm die Abteilung im Herbst einen Ausflug ins Allgäu und unterstützte die Gemeinde unter anderem beim Neujahrsempfang sowie beim Kinderfest. Baumann erinnerte zudem an einige eher ungewöhnliche Einsätze – etwa Wasser im Neubau des Feuerwehrhauses, Probleme mit der Hebeanlage der Gemeindehalle, eine lose Plane an einem Gerüst, eine Gefahrenwarnanlage im Kindernest Brenz, eine Tierrettung sowie ein im Fahrzeug eingeschlossenes Kleinkind. Mit Blick auf das bevorstehende Jubiläum rief er zur Unterstützung auf: „Jede helfende Hand zählt – ein solches Jubiläum wird nur ein voller Erfolg, wenn alle mit anpacken.“
Für die Abteilung Bergenweiler berichtete Hengsberger von insgesamt sieben Einsätzen im vergangenen Jahr, darunter vier Brände, eine technische Hilfeleistung sowie zwei Defibrillator-Einsätze. Ein Schwerpunkt lag auf der Umstellung auf den Digitalfunk sowie der Mitarbeit in der Bevölkerungswarneinheit des Landkreises Heidenheim. Sportlich war die Wehr ebenfalls aktiv: Eine Wettkampfgruppe hatte sich 2024 qualifiziert und nahm an den Deutschen Meisterschaften im traditionellen Wettkampf der Feuerwehren in Böblingen teil. Zudem pflegten die Kameradinnen und Kameraden die enge Partnerschaft zur Feuerwehr im österreichischen Watzelsdorf, die im vergangenen Jahr ihr Bestandsjubiläum und eine Fahrzeugweihe feierte.
Jugend- und Altersabteilung sehr aktiv
Auch aus der jüngsten und der ältesten Abteilung gab es positive Berichte. Jugendfeuerwehrwart Niklas Gaarz berichtete von steigenden Mitgliederzahlen und zahlreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr – darunter das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehren, ein Berufsfeuerwehrtag, zahlreiche Übungen sowie die erfolgreiche Abnahme der Jugendflamme Stufe 1 und 2.
Auch die Altersabteilung bleibt mit derzeit 28 Mitgliedern ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehrgemeinschaft und steht den aktiven Kameradinnen und Kameraden jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Von den Aktivitäten der Feuerwehrsenioren berichtete Manfred Hörger. In diesem Jahr feiert sie zudem ihr 25-jähriges Bestehen. Gemeinsam mit dem 150-jährigen Jubiläum der Feuerwehr Sontheim steht somit ein besonderes Doppeljubiläum bevor.
„Hervorragende Arbeit im Dienst der Bürger“ – Bürgermeister würdigt Feuerwehr
Einen Überblick über die letzte Versammlung im März 2025 lieferte anschließend Schriftführerin Kathrin Gössele, ehe die Kassenprüfer der beiden Abteilungen ihren Kassierern eine mustergültige Buchführung attestierten und sowohl Kasse als auch Feuerwehrführung zur Entlastung vorschlugen.
Sontheims Bürgermeister Tobias Rief nahm vor seinem Grußwort somit die Entlastungen vor – beide erfolgten einstimmig. In seiner Rede würdigte er die Arbeit der Feuerwehr im Allgemeinen und verwies auf die anspruchsvollen Tätigkeiten im Ehrenamt, wobei er besondere Worte für seine Sontheimer Wehr fand: „Die Einsatzzahlen und geleisteten Stunden sind gewaltig, die Anforderungen steigen stetig – und wir Sontheimer sehen, dass von euch hier eine hervorragende Arbeit geleistet wird“, sagte Rief. Gerade bei komplexen Einsatzlagen zeige sich die hohe Professionalität und Passion im Dienst an den Mitmenschen in der Sontheimer Wehr.
Mit Blick auf die hohen Investitionen der Gemeinde betonte der Bürgermeister: „Wenn man sieht, welche Sachwerte im letzten Jahr allein bei uns den Flammen zum Opfer gefallen sind, und noch viel mehr, welche gerettet wurden, darf man das auch dem entgegenstellen, was eine Feuerwehr kostet – da werden Investitionen relativ. Wir profitieren alle von einer schlagkräftigen Wehr!“ Bei Menschenleben, die in Gefahr seien, egal ob bei Bränden oder Unfällen, verbiete sich eine Rechnung sowieso.
Grußworte der Gäste und besonderer Dank
Kreisbrandmeister-Stellvertreter Uli Steeger überbrachte die Grüße von Kreisbrandmeister Michael Zimmermann und ging auf die zunehmenden Herausforderungen für den Bevölkerungsschutz ein. Extremwetterlagen, der Schutz kritischer Infrastruktur und neue Anforderungen im Katastrophenschutz stellten die Feuerwehren immer wieder vor neue Aufgaben. „Die Feuerwehr soll all das richten – und sie kann das auch. Aber auch wir kommen irgendwann an unsere Grenzen“, sagte Steeger. Der Feuerwehr Sontheim stellte er ein hervorragendes Zeugnis aus und sprach mit Blick auf den Neubau des Feuerwehrhauses von einem „funktionalen Schmuckstück“.
Im Anschluss an seine Grußworte dankte ihm Jochen Schmid für seine letzten Grußworte: Steeger, selbst aktives Mitglied in der Abteilung Bergenweiler, scheidet im laufenden Dienstjahr mit dann 65 Jahren aus dem aktiven Feuerwehrdienst aus. Seinen langjährigen Einsatz, die entgegengebrachte Kameradschaft, Expertise und die stets kurzen Wege für den Austausch würdigten die Sontheimer Kameradinnen und Kameraden mit einem Präsent.
Für den Kreisfeuerwehrverband Heidenheim sprach der stellvertretende Vorsitzende Thomas Joos. Er stellte seine Worte in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang und erinnerte daran, dass Frieden und Sicherheit keine Selbstverständlichkeiten seien. Gerade in Zeiten internationaler Krisen komme dem Katastrophenschutz eine besondere Bedeutung zu. „Der Zivil- und Bevölkerungsschutz ist ein elementarer Bestandteil unserer Sicherheit und verdient Unterstützung“, betonte Joos. Gleichzeitig hob er die Bedeutung moderner Ausstattung hervor: „Nur mit guter Ausrüstung können wir schnell und effizient helfen.“ Er dankte der Feuerwehr Sontheim für die engagierte Mitarbeit im Kreisfeuerwehrverband und warb offen für weitere Unterstützung – etwa im Presseteam oder in der Verbandsarbeit.
Auch die Vertreter der Partnerorganisationen würdigten die gute Zusammenarbeit. Harald Färber vom DRK Sontheim dankte für die stets vorbildliche Zusammenarbeit bei Übungen und Einsätzen. Auch der traditionelle Hammelbraten bei der gemeinsamen Hauptübung der beiden Blaulichtorganisationen im Herbst sei selbstverständlich wieder „gesetzt“. Der katholische Pfarrer Matthias Michaelis überbrachte auch die Grüße seines evangelischen Kollegen Steffen Palme, der sich entschuldigt hatte, und bezeichnete in seinen Grußworten die Feuerwehrleute als „Leuchttürme für Kameradschaft und Nächstenliebe“. Rolf Wachter von der Notfallseelsorge erinnerte daran, dass Feuerwehr und Seelsorge häufig in besonders schwierigen Situationen zusammenkämen. Er ermutigte die Einsatzkräfte, Angebote der psychosozialen Unterstützung nach belastenden Einsätzen in Anspruch zu nehmen: „Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, wenn man sich Hilfe holt.“
Eintritte und Beförderungen
Gleich acht Neueintritte, Neueinsteiger sowie Übergänge aus der Jugendfeuerwehr durfte Kommandant Jochen Schmid im Anschluss an die Grußworte der Gäste per Handschlag offiziell im Kreise der Feuerwehr Sontheim willkommen heißen. Anschließend ging die Tagesordnung zum Punkt Beförderungen über. Befördert wurden
zum Feuerwehrmann auf Probe bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres:
-Jonas-Toni Schuhmacher
nach bestandener Grundausbildung und Sprechfunker-Lehrgang zur Feuerwehrfrau bzw. zum Feuerwehrmann:
-Lucy-May Ströhle
-Maria Maiorova
-Alexander Rudolphi
-Florian Brenner
-Hannes Foitl
-Kai-Uwe Schlögel
-Leonhard Schauz
-Luis Gössele
-Max Thumm
-Noah Traut
-Simon Wilhelmstätter
zum Oberfeuerwehrmann:
-Tobias Mack
zum Löschmeister:
-Kai Willer
zum Oberlöschmeister:
-Christian Bendele
zum Hauptlöschmeister:
-Daniel Hartmann
zum Oberbrandmeister:
-Christian Baumann
Zahlreiche Ehrungen verdienter Feuerwehrleute
Im Rahmen der Versammlung wurden nicht nur Beförderungen vorgenommen, sondern auch mehrere Feuerwehrangehörige für ihren langjährigen Dienst ausgezeichnet.
Das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Bronze für 15 Jahre aktiven Dienst erhielt:
Mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst wurden ausgezeichnet:
-Christian Baumann
-Christian Wirbeleit
-Kathrin Gössele
-Christian Müller
-Hannes Wirbeleit
Eine besondere Ehrung erhielt mit dem Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim in Silber
,der für seine Verdienste und den unermüdlichen Einsatz in verschiedensten Bereichen seiner Feuerwehr ausgezeichnet wurde.
Überraschung für die Kommandanten und Spendenübergabe
Nach eingegangenem schriftlichem Antrag erging das Wort an Michael Schumacher, der die Kommandanten und Abteilungskommandanten samt ihrer Stellvertreter Jochen Schmid, Florian Maier, Christian Baumann und Andreas Müller nach vorne bat.
Im Namen des Abteilungsausschusses und stellvertretend für die ganze Einsatzabteilung Sontheim übergab er der Leitung ein kleines Geschenk in Form eines Wellness-Wochenendes, um den Dank der Mannschaft für die vielen geleisteten Stunden über den normalen Dienst hinaus zu würdigen. Da vor allem im abgelaufenen und aktuellen Dienstjahr so viele große Projekte ineinander laufen würden und die Freizeit noch weiter strapaziert sei, sei ein kleiner Ausdruck des Dankes für das unermüdliche Schaffen und die große Verantwortung das Mindeste.
Einen würdigen Abschluss fand die Hauptversammlung in der Spendenübergabe des Reinerlöses von 400 Euro vom Blaulichtgottesdienst im vergangenen Herbst an die Psychosoziale Notfallseelsorge, den Christian Baumann feierlich an Rolf Wachter überreichte.
Gegen 22:45 Uhr schloss Kommandant Jochen Schmid anschließend die ereignisreiche Versammlung.