Neues Löschfahrzeug an die Feuerwehr übergeben
Ort: Herbrechtingen-Bissingen
Datum / Uhrzeit: 22.05.2026
(sam) Mit einer Feierstunde am wurde in der vergangenen Woche ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug „HLF 10“ offiziell an die Einsatzabteilung Bissingen der Feuerwehr Herbrechtingenübergeben worden. Das neue Einsatzfahrzeug ersetzt ein rund 25 Jahre altes Löschgruppenfahrzeug und stellt einen wichtigen Schritt für die Sicherheit im Orts- und Stadtgebiet sowie auf dem angrenzenden Autobahnabschnitt dar.
Bissingens Abteilungskommandant Matthias Röger blickte in seiner Ansprache auf den rund dreijährigen Beschaffungsprozess zurück. Dazu gehörten Besuche bei Fahrzeugherstellern, Tests neuer Beladungssysteme sowie mehrere Abstimmungstermine beim Aufbauhersteller Ziegler in Giengen, der den Zuschlag erhalten hatte. Die Gesamtkosten für das neue Fahrzeug beliefen sich auf rund 615.000 Euro.
Das bisherige Löschgruppenfahrzeug „LF 8/6“ war seit 2001 im Einsatzdienst und wurde nun nach 25 Jahren außer Dienst gestellt. Das auf einem Mercedes-Fahrgestell aufgebaute Fahrzeug verfügte über einen 600-Liter-Wassertank und war ursprünglich für Einsätze im ländlichen Raum konzipiert worden. Durch die Zuständigkeit für Abschnitte der Bundesautobahn sei jedoch eine technische Nachrüstung mit hydraulischem Rettungsgerät notwendig geworden, erläuterte Röger.
Das neue „HLF 10“ basiert auf einem MAN-Fahrgestell mit 16 Tonnen Gesamtgewicht und verfügt über einen 2000-Liter-Wassertank. Ausgestattet ist das Fahrzeug unter anderem mit Allradantrieb, Luftfederung sowie moderner Technik für Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung. Nach der Abholung im Februar dieses Jahres, wurde das Fahrzeug in mehreren Sonderübungen intensiv geschult und ist seit Mitte März offiziell im Einsatzdienst.
„Das neue Fahrzeug erhöht weiter die Sicherheit in Bissingen und dem gesamten Stadtgebiet sowie auf der Bundesautobahn“, betonte Röger. Sein Dank galt der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat für die Bereitstellung der finanziellen Mittel.
Anpassung an moderne Anforderungen
Feuerwehrkommandant Sascha Frey hob hervor, dass sich die Anforderungen an die Feuerwehren in den vergangenen Jahren deutlich verändert hätten. Das neue „HLF 10“ entspreche deshalb dem aktuellen Stand der Technik und sei trotz seiner größeren Ausmaße ein direkter Ersatz für das bisherige „LF 8/6“.
Neben einer leistungsfähigeren Pumpentechnik und einer größeren Löschwassermenge verfüge das Fahrzeug über moderne Geräte zur technischen Hilfeleistung. Besonders bei Verkehrsunfällen biete die neue Ausstattung erweiterte Möglichkeiten.
Erstmals komme innerhalb der Feuerwehr Herbrechtingen zudem ein intelligentes Akkukonzept zum Einsatz. Verschiedene Einsatzgeräte könnten künftig akkubetrieben verwendet werden, wobei ein abgestimmtes System für eine gleichmäßige Nutzung der Akkus sorge.
Frey betonte, dass das Fahrzeug nicht nur in Bissingen eingesetzt werde. Als erstes Fahrzeug auf einem größeren Autobahnabschnitt unterstütze es zudem die Einsatzbereitschaft in allen Teilorten der Stadt Herbrechtingen.
„Moderne Technik bringt nur dann einen echten Mehrwert, wenn sie sicher beherrscht wird“, sagte Frey mit Blick auf die notwendige Ausbildung der Einsatzkräfte. Für die Feuerwehr bedeutete das neue Fahrzeug daher zunächst viel Übung und Schulung, langfristig aber vor allem mehr Sicherheit im Einsatzdienst.
Bürgermeister würdigt ehrenamtliches Engagement
Bürgermeister Daniel Vogt stellte in seiner Ansprache insbesondere den ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehrangehörigen heraus. „Was man laut aussprechen muss, sind die hunderten von ehrenamtlichen Stunden, die in diesem Fahrzeug drinstecken“, sagte Vogt.
Er erinnerte daran, dass der Gemeinderat bereits im Mai 2023 den Ausschreibungsbeschluss gefasst hatte. Ursprünglich sei mit Kosten von rund 500.000 Euro gerechnet worden. Im weiteren Verlauf der Beschaffung hätten die Preissteigerungen jedoch zu deutlich höheren Kosten geführt. Dennoch habe die Stadt gemeinsam mit Gemeinderat und Feuerwehr an dem Projekt festgehalten.
Besonders hob Vogt hervor, dass die Feuerwehr während des gesamten Prozesses Einsparmöglichkeiten geprüft und realisiert habe. Das Projekt sei letztlich „ein rundum erfolgreiches Projekt“ geworden.
Krombach-Champiomont betont Bedeutung moderner Feuerwehrtechnik
Auch Johannes Krombach-Champiomont, der in seiner letzten Amtshandlung als Dezernent sprach, würdigte die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Heidenheim. Er überbrachte die Grüße von Landrat Peter Polta und bezeichnete die Feuerwehren im Landkreis als „Glücksfall“ für die Städte und Gemeinden. „Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine unserer Feuerwehren im Kreis ausrückt, um anderen zu helfen“, so der künftige Bürgermeister Heidenheims.
Die Anforderungen an die Feuerwehren seien in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. Neben der Brandbekämpfung spiele insbesondere die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen eine immer größere Rolle. Das neue „HLF 10“ für Bissingen sei deshalb ein universell einsetzbares Fahrzeug mit umfangreicher Ausstattung.
Krombach-Champiomont verwies zudem auf die Bedeutung moderner Technik für die Sicherheit der Einsatzkräfte selbst. „Die besten Retter sind natürlich die, die selbst geschützt sind“, sagte er.
Das Land Baden-Württemberg unterstützte die Beschaffung mit rund 96.000 Euro Zuschuss. Den Großteil der Kosten trug die Stadt Herbrechtingen.
Zum Abschluss dankten alle Redner den Mitgliedern des Beschaffungsteams sowie den Feuerwehrangehörigen für ihren ehrenamtlichen Einsatz und wünschten der Einsatzabteilung allzeit sichere Einsätze und eine gesunde Rückkehr von Übungen und Einsätzen.