Steinheimer Feuerwehr hat einen neuen Chef


Ort: Steinheim-Söhnstetten
Datum / Uhrzeit: 31.01.2026


(FF Steinheim/Kirschner) Die Feuerwehr Steinheim hat einen neuen Kommandanten: Markus Maier. Er folgt auf Ulrich Weiler, der nach 13 Jahren zu aller Bedauern bei der geheimen Wahl nicht mehr angetreten war und aufgrund einstimmigen Beschlusses des Gemeinderats durch Bürgermeister Holger Weise zum Ehrenkommandanten ernannt wurde. Bei dieser Generalversammlung in der Söhnstetter Seeberghalle brauchten die 118 Feuerwehrleute und ihre Gäste sehr viel Sitzfleisch.
Fünfeinhalb Stunden dauerte die Hauptversammlung. Das lag am komplizierten, vom Landesfeuerwehrgesetz so vorgegebenen Wahlverfahren. Selbst wenn es für einen Posten nur einen Bewerber gibt und der Führungsverantwortung übernehmen soll, muss geheim gewählt werden. Entsprechend lange zog sich die Stimmabgabe und noch viel länger die Auszählung der Stimmen hin. Spannend blieb das, bis nach zwei Stunden endlich Bürgermeister Holger Weise die Wahlergebnisse verkünden konnte.
Bestätigt wurden Martin Prager als Stellvertretender Hauptkommandant, Timo Neukamm als Abteilungskommandant Steinheim. Zu seinem Stellvertreter wurde Michael Dambacher gewählt. Einstimmig wiedergewählt wurden Jochen Göggelmann als Abteilungskommandant Söhnstetten sowie Manuel Feichtenbeiner als sein Stellvertreter. Weitere fünf Jahre bleibt Jörg Bosch als Abteilungskommandant an der Spitze der Wehr von Sontheim/Stubental. Eberhard Kieser bleibt Leiter der Altersabteilung. Als sein Stellvertreter wurde Manfred Stütz bestätigt.
Nachdem der bisherige Schriftführer Markus Maier neuer Feuerwehr-Chef ist, wurde für ihn Lukas Dumberger gewählt. Duch den Wechsel von Bernhard Haslanger in die Altersabteilung wurde Florian Maier in den Steinheimer Abteilungs- und Gesamtausschuss gewählt.
Im Vorfeld der Hauptversammlung hatten die 32 Jungs und Mädels der Jugendfeuerwehr Daniel Häberle als Jugendleiter und als dessen Stellvertreter Florian Maier wiedergewählt.
Insgesamt hörten die Versammelten 19 Berichte bzw. Kurzansprachen. Bevor Bürgermeister Holger Weise die einstimmige Entlastung der Schatzmeister Uwe Fink und Andreas Kröner herbeiführen konnte, hatte es keine Wortmeldungen oder Kommentare zu den vorgelegten Tätigkeitsberichten gegeben.
In seinem letzten Bericht hatte Kommandant Weiler eine stabile Personallage vermeldet: Die Gesamtwehr umfasst 118 Männer und Frauen in den Einsatzabteilungen: 66 Feuerwehrleute sind es in Steinheim; 37 in Söhnstetten und 15 in Sontheim. 35 Kameraden treffen sich in der Altersabteilung. Zahlreiche Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene wurden genutzt. Die Zahl von 57 Ernstfällen lag 2025 auf Vorjahresniveau. Es wurden zwölf Brände gelöscht, 34 technische Hilfeleistungen geleistet. Elfmal lösten Brandmeldeanlagen aus, ohne dass es Arbeit für die Feuerwehr gab. Von den 57 Ernstfällen entfielen 48 auf Steinheim, acht auf Söhnstetten und drei auf Sontheim. Bei vier Ernstfällen musste Steinheim Überlandhilfe leisten mit dem Modul Wasser und Schlauch. Dabei geht es um die Sicherstellung der Wasserversorgung bei Großbränden über lange Wegstrecken.
Tagelang beschäftigt war die Feuerwehr mit allen Abteilungen und der Überlandhilfe Heidenheim beim Großfeuer eines landwirtschaftlichen Lagergebäudes im September am Fuße der Schäfhalde. 1000 mächtige Rundballen Stroh standen infolge Brandstiftung in Flammen und hinterließen einen Millionen-Schaden.
Wie Steinheims Abteilungskommandant Timo Neukamm in seinem Bericht ausführte, konnte die Wehr elf bedrohte oder verletzte Menschen retten. Bei zwei Menschen blieben alle Bemühungen vergeblich. Zu der Abteilung gehören übrigens auch die sieben Chemie-Fachberater, die vormals bei der Firma Merck (ehemals Aldrich) in Diensten standen und die Mannschaft der Absturzsicherung. Neukamm beleuchtete auch die vier Überlandhilfen in Großkuchen, Mergelstetten und Zang. Besonders belastend sei ein tödlicher Unfall am Wirtshäusle gewesen, eine Bombendrohung und der schon erwähnte Großbrand am Fuße der Schäfhalde.
Daniel Häberle freute sich als Leiter der Jugendfeuerwehr auf die Gastgeberrolle beim Kreiszeltlager im kommenden Sommer auf dem Kirchberg und bat alle aktiven Kameraden um tatkräftige Mithilfe. Er beklagte aber auch, dass es derzeit einen Aufnahmestopp bei der Jugendfeuerwehr gebe und einige Interessierte nicht aufgenommen werden konnten. Acht Betreuer stehen zur Verfügung.
Der Stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Thorsten Lauer, sprach in seiner Rede zunächst über die Sorgen machende politische Großwetterlage und beklagte: „Offenbar zählt nun nur noch das Recht des Stärkeren“. Lauer: „Für den Frieden muss jeder täglich seinen Beitrag leisten.“ Für Krisen und Katastrophen würden Vorkehrungen getroffen. Vieles sei in der Planung. Was besprochen wurde, werde beispielsweise im Oktober bei einer breitangelegten Katastrophenübung getestet.
Kreisbrandmeister Michael Zimmermann sprach „von chaotischen Zuständen der Welt“, auf die reagiert würde: So müssten große Anstrengungen im zivilen Bevölkerungsschutz unternommen werden. Er würdigte die Leistungen der Feuerwehr Steinheim auch in ihrer Sonderaufgabe, mit dem Modul Wasser und Schlauch bei Großbränden im gesamten Landkreis den Bedarf an Löschwasser sicher zu stellen. Im Blick auf die Wahlen an diesem Abend schloss Zimmermann mit den Worten: „Es bricht eine neue Zeit in Steinheim an. Eine soll tolle Wehr wie die Steinheimer muss hinter der neuen Führung stehen!“
Bürgermeister Holger Weise zog in seiner Rede einen Vergleich zwischen einer Fußballmannschaft und der Feuerwehr: Wenn eine Fußballmannschaft nicht spielfähig ist, ist das nicht weiter schlimm. Das ist schließlich ein Verein. Bei der Feuerwehr wäre das aber fatal. Geht es hier doch um Menschenleben und um Hab und Gut. Gemeinderat und Verwaltung würden daher für Ausbildung und Ausrüstung sorgen. 1,2 Millionen Euro koste (voraussichtlich) der Erweiterungsbau am Magazin Söhnstetten. In absehbarer Zeit werde das vorhandene Löschgruppenfahrzeug durch ein mittleres Löschfahrzeug ersetzt.
Zugführer Bernhard Haslanger wurde nach 45 Dienstjahren aus dem aktiven Dienst verabschiedet und durch Holger Weise zum Ehrenmitglied ernannt. Kreisbrandmeister Zimmermann überreichte im Namen von Innenminister Thomas Strobl Christian Lotspeich nach 15 Dienstjahren das Feuerwehrehrenzeichen in Bronze. Nach 25 Dienstjahren bekamen diesen Landesorden jedoch in Silber: Jörg Bosch, Florian Kirschner und Michael Böttcher. Kommandant Weiler würdigte diese drei Jubilare besonders und überreichte dazu das Feuerwehrkrügle und Wein.
Bei der Generalversammlung der Gesamtfeuerwehr Steinheim stellte Kommandant Ulrich Weiler Christian Früholz und Marek Morawski (bisher Jugendfeuerwehr) als Neueintritte in die Abteilung Steinheim vor. Neu in der Abteilung Söhnstetten ist Stephen Copplestone. Aus der Jugendfeuerwehr wechselten in die Einsatzabteilung Söhnstetten Fabian Krüger und Fabian Mattheis.
Nach bestandener Grundausbildung wurden Renati Azhati und Leonard Sakowski (beide Steinheim) und Roland Lutsch (Sontheim) zum Feuerwehrmann befördert. Nach drei Jahren Dienstzeit und entsprechenden Lehrgängen sind nun Oberfeuerwehrmann: Felix Bauer und Frieder Fähnle (alle Steinheim); Daniel Langenbucher, Niklas Seidl und Florian Treptau (alle Söhnstetten) und Michael Danne (Sontheim). Julia Beck wurde zur Hauptfeuerwehfrau befördert.
Nach bestandenem Gruppenführerlehrgang hat Daniel Häberle jetzt den Löschmeister auf den Schulterstücken. Manuel Feichtenbeiner wurde im Nachgang zum Zugführer-Lehrgang zum Brandmeister ernannt.

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