Zwischen Einsatzbilanz, Investitionen und Ehrenamt: Feuerwehr Niederstotzingen gut aufgestellt
Ort: Niederstotzingen
Datum / Uhrzeit: 23.02.2026
NIEDERSTOTZINGEN(sam) Bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Niederstotzingen im Feuerwehrgerätehaus am Place de Bages hat Kommandant Matthias Rabe in der vergangenen Woche Bilanz über das Jahr 2025 gezogen und zugleich einen Ausblick auf kommende Aufgaben gegeben.
Insgesamt rückte die Wehr im vergangenen Jahr zu 33 Einsätzen aus, nachdem es 2024 noch 59 Einsätze gewesen waren. Den Rückgang der Einsatzzahlen begründete Kommandant Matthias Rabe mit unwetterbedingten Einsätzen, die 2024 verstärkt auftraten, 2025 jedoch weitestgehend ausblieben. Die Feuerwehrkräfte leisteten im abgelaufenen Jahr 977 Einsatzstunden. 17 Einsätze entfielen auf die Zeit zwischen 6 und 18 Uhr, 16 Einsätze auf die Nachtstunden zwischen 18 und 6 Uhr. Doch egal ob bei Tag oder Nacht, bei der Niederstotzinger Wehr geht es im Ernstfall schnell: Das erste Löschfahrzeug traf durchschnittlich innerhalb von fünf Minuten nach dem Alarm am Einsatzort ein.
Der Einsatzabteilung gehören derzeit 46 aktive Mitglieder an, darunter zwei Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 37 Jahren. Zwei neue Mitglieder traten 2025 ein, vier Kameraden verließen die Wehr. Die Jugendfeuerwehr zählt nach Angaben des neuen Jugendwarts Kilian Noller 24 Mitglieder. Die Altersabteilung unter der Leitung von Fritz Koch umfasst 38 Mitglieder und berichtete über zahlreiche Aktivitäten im zurückliegenden Jahr.
Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, absolvierten die Feuerwehrangehörigen 37 Übungen und Ausbildungen. Insgesamt summierten sich Einsätze, Übungen, Lehrgänge sowie Arbeits- und Verwaltungsdienste auf rund 8307 Stunden. Dies entspricht laut Kommandant Rabe rechnerisch rund 23 Arbeitstagen pro Feuerwehrangehörigem im vergangenen Jahr.
Für das laufende Jahr sind 27 Übungen angesetzt. Zudem stehen Veranstaltungen wie der Feuerwehrhock und das Lindenfest auf dem Programm. Die Teilnahme an einer großen Katastrophenschutzübung im Landkreis Heidenheim ist ebenfalls vorgesehen.
Investitionen in Fahrzeuge, Infrastruktur und Digitalisierung
Die Stadt Niederstotzingen investierte auch im Jahr 2025 gezielt in die Modernisierung der Feuerwehr. Die größte Einzelanschaffung war ein neues Mehrzweckfahrzeug im Wert von 150.000 Euro. Für die Umrüstung der Atemschutzgeräte auf Überdrucktechnik wurden 45.000 Euro aufgewendet. Weitere rund 10.000 Euro flossen in die Digitalisierung und Infrastruktur.
Auch 2026 stehen Investitionen an. Geplant ist ein Gesamtvolumen von 556.000 Euro. Neben Schwerlastregalen und speziellen Kunststoffbehältern ist die europaweite Ausschreibung eines „Gerätewagen-Logistik“ vorgesehen. Das Fahrzeug soll den in die Jahre gekommenen Schlauchwagen ersetzen.
Wahlen und personelle Veränderungen
Im Rahmen der Versammlung fanden Wahlen statt. Der erste stellvertretende Kommandant Harald Hartmann wurde mit starkem Ergebnis in seinem Amt bestätigt. Auch der Feuerwehrausschuss wurde neu gewählt. Florian Klaiber und Markus Koch kandidierten nicht mehr. Dem neuen Ausschuss gehören nun Christian Schiefnetter, Raphael Finsinger, Christoph Maurer und Marco Ast an, die erneut gewählt wurden, sowie Patrick Richter und Nico Däumling als neu gewählte Mitglieder.
Bremer: Feuerwehr vor komplexen Herausforderungen – Tagesverfügbarkeit im Fokus
Bürgermeister Marcus Bremer würdigte in seinem Grußwort die Arbeit der Feuerwehr und bezeichnete 2025 als „bewegtes, vielschichtiges und herausforderndes Jahr“. Zugleich machte er deutlich, dass die kommenden Aufgaben nicht weniger komplex werden.
Die Feuerwehr sei weit mehr als eine Organisation, die ausrücke, „wenn es brennt“. Neben den für die Öffentlichkeit sichtbaren Einsätzen verwies Bremer auf die umfangreichen Vorbereitungen, Übungen, Wartungsarbeiten und organisatorischen Leistungen im Hintergrund, die die Bürgerinnen und Bürger so nicht mitbekommen.
Entscheidend sei zudem die Unterstützung durch Arbeitgeber, Familien und das persönliche Engagement jedes Einzelnen.
Als zentrale Herausforderung nannte Bremer die Sicherstellung der Tagesverfügbarkeit. Immer mehr Feuerwehrangehörige pendelten auswärts zur Arbeit, was die Einsatzbereitschaft tagsüber erschwere. Bislang sei es gelungen, die Einsatzfähigkeit sicherzustellen, dies sei jedoch „kein Selbstläufer“. Es gelte weiterhin, neue Mitglieder zu gewinnen und insbesondere Menschen aus dem Ort für den Dienst zu begeistern.
Mit Blick auf die Investitionen der vergangenen Jahre sprach Bremer von wichtigen und vorausschauenden Entscheidungen. Gleichzeitig verwies er auf eine angespanntere Haushaltslage in den kommenden Jahren. Künftige Beschaffungen müssten daher genau priorisiert werden.
Kreisbrandmeister Zimmermann: Kontinuierliche Ausbildung als Fundament für sichere Einsätze
Kreisbrandmeister Michael Zimmermann stellte die Bedeutung einer kontinuierlichen Aus- und Fortbildung in den Mittelpunkt seines Grußworts. Auf Kreisebene sei erneut ein breites Lehrgangsangebot organisiert worden, zudem hätten Feuerwehrangehörige Führungs- und Sonderlehrgänge an der Landesfeuerwehrschule besucht. Eine fundierte Ausbildung sei die Grundlage für sicheres und professionelles Handeln im Einsatz.
Er verwies zudem auf erfolgreiche Fördermaßnahmen: Sämtliche im vergangenen Jahr eingereichten Anträge seien bewilligt worden. Dadurch sei ein Investitionsvolumen von über zehn Millionen Euro angestoßen worden, unterstützt durch Fördermittel in Höhe von rund 1,27 Millionen Euro. Die Umstellung auf den Digitalfunk in den Fahrzeugen stehe kurz vor dem Abschluss. Zusätzlich seien gezielte Investitionen in den Katastrophenschutz erfolgt, etwa in spezielle Ausrüstung und Technik. Künftig werde unter anderem eine moderne Einsatzführungssoftware für den Führungsstab des Landkreises eingeführt und das Thema Bevölkerungsschutz an Schulen konzeptionell weiterentwickelt.
Verband: Innere Sicherheit braucht Ehrenamt
Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim, Hans-Frieder Eberhardt, ordnete die Arbeit der Feuerwehren in einen übergeordneten gesellschaftlichen Rahmen ein. Das Jahr 2025 sei international von Konflikten und politischen Unsicherheiten geprägt gewesen. Diese Entwicklungen machten deutlich, dass Sicherheit und Stabilität keine Selbstverständlichkeit seien.
Vor diesem Hintergrund komme dem Katastrophen- und Bevölkerungsschutz eine wachsende Bedeutung zu. Ehrenamtliches Engagement in den Feuerwehren sei ein wesentlicher Bestandteil der inneren Sicherheit.
Zugleich verwies Eberhardt auf politische Prozesse auf Landesebene. Im Vorfeld der Landtagswahl im März habe der Landesfeuerwehrverband Wahlprüfsteine zu zentralen Themen wie Ehrenamtsförderung, sozialer Absicherung, Finanzierung des Feuerwehrwesens und Leitstellenstruktur an die Parteien übermittelt.
Ernennungen, Beförderungen und Ehrungen
Im Rahmen der Versammlung wurden mehrere Feuerwehrangehörige ernannt, befördert und ausgezeichnet. Christopher Pätzold wurde zum Feuerwehrmannanwärter ernannt. Mark Leinweber erhielt die Beförderung zum Feuerwehrmann. Zu Oberfeuerwehrmännern wurden Nico Däumling, Raphael Kenner, Daniel Schütze und Kevin Lochstampfer befördert. Christian Schiefnetter wurde zum Löschmeister ernannt.
Für 15 Jahre Dienst wurde Stefan Hegele mit dem Ehrenzeichen in Bronze ausgezeichnet, für 25 Jahre Dienst erhielt Hans-Peter Unterweger das Ehrenzeichen in Silber. Das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes Heidenheim ging an Ralf Zink und Florian Klaiber. Frank Hartmann wurde mit dem Ehrenzeichen der Stadt Niederstotzingen in Silber geehrt.

