Silobrand beschäftigt Einsatzkräfte über 12 Stunden
Einsatzort: Giengen
Datum / Uhrzeit: 19.11.2025
Einsatzart: Brand
(MR) Am Mittwochnachmittag ging ein Anruf im Feuerwehrhaus Giengen ein. Der besorgte Anrufer meldete Brandgeruch in seiner Fabrik an der Oggenhausener Straße. Zwei Kräfte fuhren zur Erkundung zur genannten Einsatzadresse. Zu welchem Ausmaß sich der Einsatz entwickeln würde, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Nach erfolgreicher Erkundung wurde klar, dass es in einem Silo für Futtermittel, gefüllt mit 22 Tonnen Gerstenmalzpellets, zu einem Schwelbrand gekommen war. Das Silo, bestehend aus einem Textilgewebe, welches an einer Stahlkonstruktion befestigt ist, mündet in einem Edelstahltrichter, welcher eine Förderschnecke zur Entladerampe speist. Der einzige Weg an den Brand heranzukommen, war das Leeren des Silos. Eine Inertisierung des Silos kam aufgrund seiner Bauart nicht in Frage.
Zunächst konnte über die vorhandene Förderschnecke rund die Hälfte des Lagervolumens aus dem Silo gefördert werden. Danach wurde es kompliziert: Die schwelenden Pellets hatten Klumpen gebildet, die sich ohne Hilfe von außen nicht auf das Förderband bewegen ließen.
Erster Ansatz war, mit Stangen über vorhandene Revisionsöffnungen zu versuchen die verhärtete, schwelende Masse zu zerkleinern.
Da sich dies als zu zeitaufwändig herausstellte wurde das THW nachalarmiert, welches über einen großen Pressluftbohrer inkl. Kompressor verfügt, um die harte Masse damit zu zerkleinern.
Als dies ebenfalls von wenig Erfolg gekrönt war, wurde versucht das Silo über die flexiblen Außenwände so zu verformen, dass die Pellets dadurch zusammengedrückt werden, dass diese selbstständig auf das Förderband nach draußen fielen.
Da diese Arbeiten zum Teil unter Atemschutz durchgeführt werden mussten, wurde die Einsatzabteilung Hohenmemmingen und weitere Atemschutzgeräteträger der Einsatzabteilung Giengen an die Einsatzstelle beordert. Außerdem wurde der Fachberater für Silobrände von der Werkfeuerwehr Hartmann aus Heidenheim verständigt.
Nach mehreren Stunden anstrengender Arbeit wurden die bisherigen Pläne, das Silo zu leeren nochmals überdacht.
Zur Ablösung der ersten Einsatzkräfte aus Hohenmemmingen, wurde die Einsatzabteilung Burgberg kurz nach Mitternacht alarmiert. Außerdem wurde, um genug Atemschutzgeräte vor Ort zu haben, der Gerätewagen-Atemschutz der Feuerwehr Heidenheim nachalarmiert.
Des weiteren transportierte die Werkfeuerwehr BSH Giengen, weil die Logistikfahrzeuge der
Feuerwehr Giengen am Einsatzort gebunden waren, ein Be- und Entlüftungsgerät zur Einsatzstelle.
Als finaler Versuch wurde, in Absprache mit dem Betreiber, die Silowand von einem Atemschutztrupp geöffnet. Um eine Verpuffung zu vermeiden wurde vorher das Entlüftungsgerät in Stellung gebracht, um Staub aus dem Siloraum direkt ins Freie zu befördern.
Beim Öffnen des Silos kam es dann dennoch zum offenen Brand des Siloinhalts und zum teilweisen Abbrand der Siloplane. Die bereitstehenden Atemschutztrupps hatten das Feuer jedoch schnell unter Kontrolle, so dass sich dieses nicht weiter ausbreiten konnte.
Gegen 2:00 Uhr wurden dann die Einsatzabteilungen Hürben und Sachsenhausen alarmiert, um weitere Atemschutzgeräteträger vor Ort zu haben und die Einsatzkräfte der Einsatzabteilung Giengen, welche bereits zum Teil seit über neun Stunden im Einsatz waren, aus dem Einsatz heraus zu lösen.
Mit Kräfte aus Burgberg, Hürben und Sachsenhausen konnten dann das Silo soweit leeren, dass verschmortes Brandgut über die Förderschnecke in Anhänger verladen werden und abtransportiert werden konnte.
Die letzten Einsatzkräfte konnten gegen 8:00 Uhr, über 15 Stunden nach Einsatzbeginn, die Einsatzstelle verlassen und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit machen.
Während der gesamten Einsatzdauer sicherte eine Besatzung der DRK Bereitschaft Giengen mit einem N-KTW die Einsatzkräfte ab, um im Fall möglicher Verletzungen eine schnelle Erstversorgung zu gewährleisten.
Die Einsatzkräfte wurden mit warmem Essen der Metzgerei Schmid aus Sontheim und mit Kaffee und Kaltgetränken versorgt.
Glücklicherweise waren beim Einsatz keine Verletzten zu beklagen. Wie genau es zu dem Schwelbrand kam, konnte während des Einsatzes nicht geklärt werden. Auch Oberbürgermeister Henle machte sich im Lauf des Abends ein Bild von der Lage vor Ort.
Über den entstandenen Sachschaden kann zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Angabe gemacht werden.
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